Bürgerdialog „Nachhaltiges MV: gemeinsam in den Austausch treten"

Am 13. Oktober 2025 trafen sich Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, und Simone Oldenburg, Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung, mit Bürger:innen und Vertreter:innen regionaler Initiativen zum Bürgerdialog „Nachhaltiges MV: gemeinsam in den Austausch treten“. Auch der NABU Ostseeküste Westmecklenburg war eingeladen, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung des Landes zu diskutieren.

Schwerpunkte des Dialogs: Landwirtschaft, Artenschutz und Waldwirtschaft

Minister Backhaus eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die Wertschöpfung in der Land- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns und präsentierte aktuelle Tierbestandszahlen. Im Fokus standen:

  • Nutztierstrategie MV 2030: Schutzmaßnahmen für Wasser, Artenvielfalt und Klima.
  • Entwicklungsstrategie für ländliche Räume und der Rahmenplan zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes.
  • Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung sowie Flurneuordnung und Flurbereinigungsverfahren.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Jagdbehörde in MV und deren Strukturen, Aufgaben sowie aktuelle Entwicklungen. Besonders hervorgehoben wurde die Wolfspopulation. Seit dem 13. Oktober 2025 gilt der Wolf in MV nicht mehr als streng geschützte Art, da die Population in Europa einen stabilen Erhaltungszustand erreicht hat.

Abgerundet wurde der Vortrag von Minister Backhaus durch einen Überblick zur Zusammensetzung der Wälder und zur naturnahen Waldwirtschaft.

Der NABU betont in diesem Zusammenhang, dass der Wolf auch in Regionen mit stabilen Populationen weiterhin einen hohen Schutzbedarf hat. Anstatt einer pauschalen Lockerung des Schutzstatus fordert der Verband lösungsorientierte Maßnahmen im Sinne eines wissenschaftlich basierten Wolfsmanagements. 

  • Weitere Informationen zu Wölfen in Deutschland und zur Position des NABU findest Du hier
  • Ein Gespräch mit unserem Landesvorsitzenden Stefan Schwill zum Thema Wölfe in MV kannst Du im Wolfspodcast anhören

Forderungen des NABU Ostseeküste Westmecklenburg: Mehr Lebensraum für Artenvielfalt

Im anschließenden Dialog stellte der NABU Ostseeküste Westmecklenburg zentrale Forderungen vor:

  • Ausbau von Grünstreifen in der Landwirtschaft.
  • Mehr Knicks (Hecken) und gezielter Rückbau von Drainagen, um Ackersölle zu schaffen zugunsten von Insekten, Vögeln und Niederwild.
  • Rauchverbot an Stränden zum Schutz von Kindern, Nichtraucher:innen und zur Reduzierung von Giftmüll in Boden, Strand und Ostsee.

Während unsere Forderung nach einem Rauchverbot abgelehnt wurde, zeigte sich Minister Backhaus offen für ein Projekt zur Einführung von Strandaschenbechern und ähnliche Maßnahmen.


Ausblick: Zusammenarbeit mit dem Kreisjagdverband

Der Dialog endete mit einer positiven Perspektive. Der NABU Ostseeküste und der Kreisjagdverband Nordwestmecklenburg erkannten gemeinsame Schnittstellen und vereinbarten einen respektvollen, interessengeleiteten Austausch.


Fazit: Ein gelungener Austausch für ein nachhaltiges MV

Der NABU Ostseeküste Westmecklenburg dankt dem Ministerium für die Einladung und den konstruktiven Dialog. Wir bleiben dran für eine nachhaltige Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns!